Thema
Männer und Gefühle
„Wie geht es dir?" – „Passt schon." Dieser Wortwechsel ist keine Verschlossenheit und meistens auch keine Absicht. Er ist das Ergebnis von zwanzig Jahren Übung darin, funktionsfähig zu bleiben, und von einer Rolle, in der Unsicherheit nicht vorgesehen war.
Sechs Texte nehmen sich jeweils ein Glied dieser Kette vor. Die Rolle des Stabilen, die niemand vergeben hat und die irgendwann nicht mehr abschaltet. Der Kanal nach außen und die Stellen, an denen er unterbrochen ist – vom körperlichen Signal bis zum ausgesprochenen Satz. Der Moment des Widerspruchs, der zwei, drei Sekunden dauert und regelmäßig verstreicht. Das Weinen, das seit Jahren nicht mehr vorkommt und sich nicht auf Kommando einstellt. Die Zurückhaltung, niemandem zur Last zu fallen, bei der du eine Entscheidung für den anderen triffst, ohne sie ihm mitzuteilen. Und das Reden selbst: warum es schwerfällt und wie es wieder in Gang kommt.
Die Texte fordern niemanden auf, „offener" zu werden. Sie beschreiben, wo genau es hakt – meistens nicht am Inhalt, sondern an fehlenden Formulierungen und an der leisen Frage, was der andere damit anfangen wird.
Wenn Gedanken auftauchen, dass es ohne dich einfacher wäre, ist der ärztliche Notdienst oder eine Krisenhotline der richtige Kontakt, und zwar sofort.
Immer stark sein müssen: Woher der Druck kommt
Immer stark sein müssen – diese Rolle hat dir niemand gegeben, sie ist entstanden. Woher sie kommt, was sie kostet und wie sie sich lockern lässt.
→Ich kann keine Gefühle zeigen: Was dabei blockiert
Ich kann keine Gefühle zeigen – zwischen Fühlen und Zeigen liegen mehrere Schritte. Wo es bei Männern hakt, warum die Reaktion zu spät kommt und was hilft.
→Ich schlucke alles runter: Warum es so leichtfällt
Ich schlucke alles runter – der Moment zum Widersprechen ist kurz. Warum du ihn regelmäßig verstreichen lässt und was das über die Jahre ausmacht.
→Ich weine nie: Was fehlende Tränen bedeuten
Ich weine nie – auch dann nicht, wenn es angebracht wäre. Warum Tränen sich nicht bestellen lassen, wann sie doch kommen und wann Hinsehen sinnvoll ist.
→Ich will niemandem zur Last fallen: Was dahintersteckt
Ich will niemandem zur Last fallen – der Satz klingt rücksichtsvoll und ist eine Entscheidung über andere. Woher der Reflex kommt und was er anrichtet.
→Warum fällt Männern Reden schwer? Und mit wem überhaupt?
Warum fällt Männern Reden schwer – und was, wenn da ohnehin niemand ist? Die tatsächlichen Gründe, warum Gespräche stocken, und wie ein Anfang aussieht.
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